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Ordnen der Wirbelsäule ohne Druckaufwand mit Ki

Ordnen der Wirbelsäule ohne Druckaufwand mit Ki,
die modifizierte Dorn-Methode am Beispiel der Halswirbelsäule
 

Wir wissen, die Wirbelsäule muß einerseits beweglich sein, andererseits dennoch eine gute Stabilität aufweisen. Ein Paradoxon? Keineswegs. Jeder Wirbel hat einen austarierten Platz, der die reibungslose Funktion der einzelnen Nervenstränge garantiert, solange keine Fehlstellung oder Abnutzung ihrer Einzelteile eintritt.
Das Wunderwerk Wirbelsäule als zentrale Schaltstelle für sämtliche Bewegungsabläufe ermöglicht den aufrechten Gang des Menschen, die Standfestigkeit, das Gleichgewicht und die Geschmeidigkeit der Bewegungen.
Belastungen der verschiedensten Art, z.B. Rechtshändigkeit oder einseitige Bewegungsabläufe beim Arbeiten verstärken die Tendenz der Wirbelsäule zur Abweichung.

Da die Halswirbelsäule besonders empfindlich ist wegen der Vertebralarterien, die leicht beschädigt werden können, fiel meine Themenwahl für das heutige Workshop auf diesen Wirbelsäulenabschnitt. Bei der modifizierten Methode der Dornanwendung erweist es sich als besonders effizient und schonend, dass sozusagen ohne Druck, allenfalls mit leichtem Hautkontakt gearbeitet wird. Der Verzicht auf Druck wird kompensiert durch bewusstes Tun auf der feinstofflichen Ebene, und hier speziell auf der Ki-Ebene.

Ki ist hier nicht zu verstehen als Meridianarbeit wie beispielsweise bei der Akupunktmassage oder der Akupunktur, sondern als Bewusstwerdung der in jedem Menschen vorhandenen Körperräume im nicht sichtbaren, d.h. nicht stofflichen Bereich.

Um die Ki-Ebene sichtbar und für den Workshopteilnehmer erfahrbar zu machen, gehen der "Rückenschule mit Ki" und dem "Ordnen der HWS mit Ki" einige Ki-Basisübungen voraus. Sie bieten einen guten Einstieg, um die Ki-Ebene für jeden sichtbar zu machen, und um sich in ihr einzujustieren.

An dieser Stelle muß vorweg genommen werden, daß der Betrachter ohne Vorkenntnisse bei der Behandlung der HWS außer dem Körperkontakt der Hände nichts wahrnehmen kann. Es ist de facto eine Frage des Gespürs zwischen Behandler und Behandeltem.

Um zu verstehen, was bei der Behandlung abläuft, verfolgen die Basisübungen, wie bereits erwähnt, zwei Ziele:
  • die objektive Sichtbarmachung der Effizienz der Ki-Ebene für den Zuschauer
  • das Kennenlernen und die konkrete Einsetzbarkeit in der großräumigen Bewegung bei den Übungspartnern (Anmerkung: Bei der Behandlung der HWS ist die Bewegung sehr kleinräumig).
  • Bei allen Basisübungen lernt man, die Ki-Ebene gegen den muskulären Widerstand des Übungspartners zu finden. Auf der muskulären Ebene hat er durch die Übungsanordnung keine Bewegungsfreiheit, Bewegung ist nur durch Finden der Ki-Ebene im Körper möglich.
     

3 Beispiele für Ki-Basisübungen

Partner A bringt Muskelspannung ein,
Partner B übt Ki

  1. A fixiert die Handgelenke von B,
    B muß die Arme nach oben in Kopfhöhe anheben
  2. A hält das Fußgelenk eines nach oben angehobenen Beines von B fest,
    B muß den Fuß abstellen
  3. A fixiert den nach vorne gebeugten Oberkörper von A an den Schultern,
    B muß sich aufrichten

     

Rückenschule mit Ki

Im Unterschied zur klassischen Rückenschule, bei der auf Muskelebene die Kräftigung der Muskulatur durch Spannungsübungen erreicht wird, erzielt die Rückenschule mit Ki ein ausgewogenes Verhältnis von Beweglichkeit und Festigkeit des gesamten Rückenraumes und speziell der Wirbelsäule durch 2 Übungsmodi:

  • Bewegung gegen einen Widerstand
  • Stabile Haltung trotz einwirkender Bewegungsenergie des Partners

Übungspartner A bringt Muskelspannung ein,
Übungspartner B übt Ki

  1. A bringt Widerstand auf den Rücken von B, (der sich im Vierfüßlerstand befindet)
    mittels Aufstützen beider Unterarme,
    B macht Katzenbuckel
     
  2. A hält Arm von B in gebeugter Ausgangsstellung fest,
    B streckt den Arm waagrecht nach vorn
     
  3. A fixiert Schultern von B im Stehen von hinten,
    B führt leichte Schulterbewegungen durch, evtl. bis zum Schütteln
     
  4. A arretiert die Hüften von B,
    B dreht den ganzen Körper auf der Stelle

    Wir fassen zusammen:

    Die Rückenschule mit Ki arbeitet also nicht auf fester Ebene, um die Muskulatur zu beüben und aufzubauen, sondern sie nutzt den speziellen Körperraum der Muskulatur, um eine Selbstorganisation körperlicher Strukturen von einer anderen Ebene her zu erzielen.
     

 
 Die modifizierte Dorn-Methode mit Ki an der Halswirbelsäule

Die Ki-Basisübungen und die Rückenschule mit Ki ermöglichen uns durch die neue Erfahrung und Erprobung der Ki-Ebene erste Einsichten in ungeahnte Möglichkeiten der Therapie.
Für die Übungspartner ist es noch relativ einfach wegen der besser fühlbaren Dornfortsätze,        die Fehlstellungen der unteren HWS zu ertasten. Bei der oberen HWS wird sich dies je nach Umfang der seitlichen Halsmuskulatur schwieriger gestalten. Die Dornfortsätze werden hier zum Kopf hin kürzer und schwerer tastbar.
 

  1. Übung: Beide Partner suchen gegenseitig nach Fehlstellungen der HWS

     
  2. Übung: Aufgrund der begrenzten Zeit eines Workshops wird nur ein Partner behandelt. Dieser ist dennoch aktiv beteiligt, da er von sich aus mitwirken kann, die entsprechenden Wirbel zu ordnen.
     

Um eine Neuordnung des Wirbelraumes zu bewirken, muß der Partner den Körperraum des anderen erfühlen. Ein förderlicher Aspekt dieses Ordnungsvorganges ist das plastische Vorstellungsvermögen.Um die Weichheit der Muskulatur und des Gewebes zu erzielen, ohne die ein Ordnungsprozeß kaum möglich ist, bringt man einen Energiefluß durch die Auflage der natürlich gekrümmten Hand und den ausgeglichenen Einsatz der eigenen Körperpräsenz in Gang.

Über die Ki-Ebene erzielt der Behandler die Wiederherstellung einer stabilen Gesamtform der HWS. Auf diesem Wege kann auch eine Entblockierung der kleinen Wirbelgelenke stattfinden.    Zur Stabilisierung der neu geordneten Wirbel versucht der Behandelnde mit einer sanften Berührung in diesem Wirbelsäulensegment das Gefühl von Stabilität zu erzeugen und zu festigen. Der Behandelte versucht von innen heraus sich nicht verformen zu lassen, d h. der von außen einwirkenden Bewegung zu widerstehen.

Kennengelernt haben wir einen ähnlichen Vorgang ja bereits in einfacher Form bei der Rückenschule mit Ki. Im Halswirbelsäulenbereich ist die Behandlung natürlich weitaus sanfter und sensibler durchzuführen.

Im Körper wird ein konkret spürbares Gefühl erzeugt.

Einen guten Einstieg in diese Methode, Wirbel zu ordnen, bieten zweitägige Seminare (www.ruecken-info.de).
 

Vorteile der modifizierten Dornmethode:

  • sanfte, schonende Anwendung ohne Schmerz,
  • auch häufiger notwendige Anwendung führt nicht zur Überdehnung bzw. Lockerung der Bänder,
  • kein Ausleiern der kleinen Wirbelgelenke durch ruckartige Einwirkung,
  • Nerven können nicht abgedrückt werden,
  • kein Gelenkverschleiß.